| Rollender Kolonialismus | | Drucken | |
|   von Olga Kurilo | |
| Freitag, 25. Juni 2010 | |
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Click statistic (5480) Mit seiner Studie „Kolonialer Wettstreit: Russland, China, Japan und die Ostchinesische Eisenbahn“ widmet sich Sören Urbansky der Geschichte der Eisenbahn, einem interessanten Themenbereich, der unter den Osteuropahistorikern in Ost- und Westeuropa in den letzten Jahren an Aktualität gewonnen hat. Ein Paradigmenwechsel in der Geschichtswissenschaft trug dazu bei, technische Entwicklungen aus der Perspektive der Kulturgeschichte zu betrachten. So wird auch die Eisenbahn zum kultur-historischen Phänomen. Aus dieser Perspektive betrachtet auch Sören Urbansky die Geschichte der Ostchinesischen Eisenbahn, die er in seiner Abhandlung vielschichtig als Verkehrs-, Kommunikations- und Kolonisationsmittel sowie als „Nachschub-“ und „Fluchtader“ charakterisiert.
Die chronologisch angelegte Untersuchung „Kolonialer Wettstreit: Russland, China, Japan und die Ostchinesische Eisenbahn“ von Sören Urbanskys nimmt „russische“, „sowjetisch-chinesische“ und „japanische“ Perioden der Eisenbahngeschichte in den Blick, einen Zeitraum, der 56 Jahre umfasste. Im Jahr 1896 begann Russland den Bau der Eisenbahn als exterritoriale Verlängerung der Transsibirischen Eisenbahn. 1952 übergab die Sowjetunion die Ostchinesische Eisenbahn an die Volksrepublik China. Geschichte der Ostchinesischen Eisenbahn
Der Schwerpunkt der Abhandlung liegt jedoch nicht in der theoretischen Untersuchung des Phänomens „Kolonialismus“. Der Leser findet hier keine ausführliche Klärung des Begriffs und keinen detaillierten Vergleich der russischen, chinesischen und japanischen Kolonialpolitik. Die Lektüre des Buches, das den Titel „Kolonialer Wettstreit“ trägt, lässt den Leser im Unklaren darüber, wie sich „Kolonialpolitik“ z.B. der Sowjetzeit gegenüber der des Zarenreiches veränderte. Sören Urbansky: Kolonialer Wettstreit: Russland, China, Japan und die Ostchinesische Eisenbahn. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2008. 263 S. |