| Fernab der Heimat | | Drucken | |
|   von Oskana Sitnik | |
| Freitag, 6. August 2010 | |
|
Click statistic (5249)
/Bild: wikimedia commons . 'Integration in Heidelberg: „Ich bin ein glücklicher Mann.“/ In meiner Kindheit besuchte ich zusammen mit meiner Oma die deutsche neuapostolische Kirche, wo der Gottesdienst von Pastoren aus Berlin gehalten wurde. Dort hörte ich sehr oft von den Kirchengängern, dass sie nach Deutschland emigrieren wollten. Damals konnte ich nicht verstehen, warum sie nach Deutschland umziehen wollten. Ich sah keinen Grund dafür. Heute studiere ich an der Hochschule für Fremdsprachen, hier lerne ich die deutsche Kultur, Politik, Ökonomie sowie Fakten im Bereich der internationalen Beziehungen und verstehe ganz klar, warum mehr als 150 Millionen Menschen weltweit als Migranten in einem Staat leben, der nicht ihre ursprüngliche Heimat ist. Auf der Suche nach dem großen Glück
Einer der wichtigsten Gründe dafür ist, dass die Menschen, in dem Land leben wollen, wo ihre Wurzeln sind, wo ihre Familie und ihre Vorfahren zuhause waren. Manchmal spielt die Religionszugehörigkeit eine große Rolle. Sehr oft emigrieren die Menschen wegen der Arbeitslosigkeit oder weil sie sich in einem anderen Land einen höheren Lebensstandard erhoffen. Andere wurden aus ihrem Heimatland aufgrund von Krieg und Klimakatastrophen vertrieben. Einige wollen nur für kurze Zeit an einem fremden Ort bleiben, andere für mehrere Jahre oder gar den Rest ihres Lebens. Integration ist nicht immer einfach Natürlich haben Migranten auch Probleme in anderen Ländern. Oft können sie nicht ihre eigene Mentalität mit der neuen verknüpfen und können sich nur schwer an die dort herrschenden Lebensmodelle anpassen. Nicht jeder kann die neue Sprache lernen und einen Arbeitsplatz finden. Es gibt auch Menschen, die an ihren Geburtsort zurückkehren, weil sie gegen diese Probleme nicht ankämpfen können. Aber es gibt auch Leute, die voll integriert sind. So lebt bspw. ein Mann, ein damaliger Besucher der Kirche, schon zehn Jahre in Deutschland und ist sehr zufrieden, dass er damals nach Deutschland gegangen ist. Deutsch ist für ihn jetzt seine Muttersprache. Er arbeitet an der Universität Heidelberg, unterrichtet Slawistik und meint, dass er seinen Platz im Leben gefunden hat und keine Zweifel an seiner Identität duldet. Er sagt: „Ich hab hier meinen zweiten Teil gefunden - meine Frau, ich habe drei Kinder, die in Deutschland geboren sind und ich liebe meine Arbeit. Ich bin ein glücklicher Mann”. Mit dem Text bewarb sich die Autorin für die IV. Zentralasiatische Medienwerkstatt. |